Sternenhimmel über Göttingen

current night sky over Göttingen
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Aktuelle Himmelsereignisse

Der Sternenhimmel im dritten Quartal 2022

Jupiter und Saturn sind im Sommer am Abendhimmel gut zu beobachten. Die Sternschnuppen im August werden durch den Vollmond überstrahlt.

Planeten am Abendhimmel

Im Laufe des Sommers sind die Planeten Mars, Jupiter und Saturn immer früher zu beobachten. Während man Anfang Juli noch bis kurz vor Mitternacht warten muss, bis der Erste des Trios über dem Horizont erscheint (Saturn 23:37 Uhr, Jupiter 1:02 Uhr, Mars 1:41 Uhr), können Saturn und Jupiter schon zu Monatsende fast die gesamte Nacht hindurch beobachtet werden. Am 31. Juli geht Saturn um 21:36 Uhr auf und Jupiter um 23:03 Uhr. Auf Mars muss man bis kurz nach Mitternacht (0:24 Uhr) warten.

Am 14. August steht Saturn in Opposition zur Sonne. Dies bedeutet, dass sich, von der Erde aus gesehen, Sonne und Saturn gegenüberstehen. Dann geht Saturn abends auf, wenn die Sonne untergeht und morgens unter, wenn die Sonne aufgeht. Damit ist er das optimale Beobachtungsobjekt während der gesamten Nacht. Leider wird die Freude etwas dadurch getrübt, dass der Ringplanet nicht sehr hoch über dem Horizont seine Bahn zieht. Er wird nur etwa 25 Grad über dem Südhorizont erreichen.

Zum Beobachten von Saturn sollten Nächte mit wenig Dunst bevorzugt werden. Viel Dunst zusammen mit künstlicher Beleuchtung der Städte hellen den horizontnahen Bereich des Himmels nämlich deutlich auf. Um das Ringsystem sehen zu können, wird mindestens ein kleines Teleskop benötigt. Ein Fernglas reicht dazu nicht aus!

Auch Jupiter und Mars werden im August abends immer früher zu sehen sein. Bis Monatsende verfrüht sich der Aufgang von Jupiter auf 20:58 Uhr und der von Mars auf 23:12 Uhr.

Am 26. September steht Jupiter in Opposition zur Sonne. Er ist damit die gesamte Nacht hindurch zu beobachten. Hier reicht schon ein Fernglas aus, um seine vier größten Monde zu sehen. Schon im Laufe einer Nacht wird man feststellen, dass sich die Positionen der Monde in Bezug auf Jupiter ändern. Für die Beobachtung von Details auf dem Planeten selbst, ist auch hier ein Teleskop notwendig.

Während Jupiter und Saturn im September schon in der auslaufenden Abenddämmerung am Himmel stehen, geht Mars am Monatsersten erst um 23:09 Uhr auf. Am 30. überschreitet er die Horizontlinie schon um 21:56 Uhr. Auch Mars nähert sich seiner Opposition, die er aber erst im Dezember erreicht. Allerdings ist schon im Laufe des Quartals ein deutlicher Anstieg seiner Helligkeit festzustellen.

Venus am Morgenhimmel

Im Laufe des Quartals zieht sich Venus vom Morgenhimmel zurück. Am 1. Juli geht Venus um 3:26 Uhr auf, am 31. erst um 3:51 Uhr und Ende August erst um 5:12 Uhr. Auch wenn die Nächte wieder länger werden, reicht dies dann nur noch für eine knappe Stunde Beobachtungszeit, ehe sie in der Morgendämmerung verblasst. Ende September kann der Planet nicht mehr beobachtet werden, da er erst kurz vor Sonnenaufgang aufgeht.

Und Merkur? Der kann das gesamte Quartal über nicht beobachtet werden.

Sternschnuppen im August

Jedes Jahr im August sind besonders viele Sternschnuppen zu sehen. Das liegt daran, dass die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne dann eine riesige Staubwolke im Weltall durchquert. Dringen die winzig kleinen Staubteilchen, „Meteoride“ genannt, in die Erdatmosphäre ein, verglühen sie und wir sehen Sternschnuppen. Fachleute nennen eine Sternschnuppe „Meteor“ und wenn sie ganz hell ist „Bolid\grqq. Sollte dann doch einmal ein Teil den Erdboden erreichen, wird es „Meteorit“ genannt.

Den dichtesten Teil der Staubwolke durchquert die Erde um den 12. August herum. Dann sind immer besonders viele Sternschnuppen zu sehen. Dieser Sternschnuppenstrom wird als Perseiden bezeichnet, da alle Sternschnuppen aus dem Sternbild Perseus zu kommen scheinen.

In diesem Jahr gibt es beim Beobachten allerdings ein großes Problem. Der Mond steht am Himmel. Und nicht nur das. Am 12. August ist auch noch Vollmond. Sein helles Licht sorgt dafür, dass wir die meisten Sternschnuppen nicht sehen werden, da sie vom Mondlicht überstrahlt werden. Nur die allerhellsten Meteore werden zu beobachten sein.

Der Sternenhimmel

Um im Sommer die Sterne beobachten zu können. braucht es einen langen Atem. Denn vor 23 Uhr ist der Himmel noch zu hell, um außer ein paar hellen Sternen etwas sehen zu können. Danach aber erscheint einem der ganze Reichtum des sommerlichen Nachthimmels mit einer Vielzahl von Sternen. Dies liegt hauptsächlich daran, dass wir im Sommer in Richtung des Zentrums unserer Galaxie schauen. Dort sind die Sterne besonders zahlreich. Am irdischen Nachthimmel macht sich dies als das leuchtende Band der Milchstraße, so der Name unserer Galaxie, bemerkbar.

Von der Erde aus betrachtet, befindet sich das Zentrum unserer Galaxie in Richtung des Sternbildes Schütze. Dieses steht im Sommer gegen Mitternacht bei uns tief über dem Südhorizont. Von dort steigt die Milchstraße steil an und zieht sich fast durch den Zenit hinüber zum Nordost-Horizont. Schon mit einem Fernglas kann die Vielzahl an Sternen, Sternhaufen und Nebeln beobachtet werden.

Westlich (rechts) vom Schützen steht das Sternbild Skorpion. Leider ist von Deutschland aus nur ein Teil davon zu sehen. Erst ab dem Mittelmeerraum kann das Sternbild komplett betrachtet werden. Allerdings können von Deutschland aus sein hellster Stern und die beiden Scheren beobachtet werden. Letzte werden durch drei ähnlich hell leuchtende Sterne markiert. Sie stehen westlich von Antares, dem hellsten Stern. Dieser leuchtet rötlich, was nichts mit der irdischen Atmosphäre zu tun hat (vergl. Sonnenuntergang). Er ist ein so genannter „Roter Riesenstern“ und etwa 330 mal größer als die Sonne. Allerdings beträgt seine Oberflächentemperatur nur „kühle“ 3300 Kelvin (Sonne 5800 Kelvin), was zu seinem rötlichen Leuchten führt.

Höher am Himmel steht im Südosten das Sommerdreieck. Es setzt sich aus den drei Sternen Wega (Sternbild Leier), Deneb (Schwan) und Atair (Adler) zusammen. Mitten hindurch zieht sich das Band der Milchstraße. Hoch im Süden steht das unscheinbare Sternbild Herkules. Es setzt sich aus nur schwach leuchtenden Sternen zusammen. Allerdings stehen hier zwei schon im Fernglas schön anzusehende Kugelsternhaufen. Sie haben die Bezeichnungen M13 bzw. M92.

Im Westen zieht ein einzelner hell leuchtender Stern die Aufmerksamkeit auf sich. Es ist der rötlich leuchtende Stern Arktur im Sternbild Bootes. Nicht weit davon entfernt, Richtung Nordwesten, steht das Sternbild der Großen Bärin mit dem großen Wagen. Und ganz knapp über dem Nordhorizont zieht der hell leuchtende Stern Kapella sein Runde. Er gehört zu den Sternen, die bei uns in jeder Nacht zu sehen sind.

Die dunklen Neumondnächte sind am 29.06., am 28.7. und am 27.8. Vollmond ist am 14.6., am 13.7. und am 12.8.

Viel Spaß beim Beobachten wünscht Ihnen der FPG!