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Beobachtung mit dem Feldstecher
In der zweiten Junihälfte ist der Komet C/2009 R1 McNaught zuerst am Morgenhimmel und dann mit viel Glück noch am Abendhimmel zu beobachten. Zwischen dem 15. und dem 30. Juni bewegt er sich dabei durch die Sternbilder Perseus und Fuhrmann. Da das Auffinden aufgrund der ungünstigen Beobachtungsbedingungen nicht einfach ist, sollte zum Beobachten der 21. Juni genutzt werden. An diesem Tag steht der Komet nur etwa drei Vollmonddurchmesser von Kapella entfernt. Dies ist der hellste Stern im Fuhrmann.
Im gesamten Zeitraum steht der Komet nie sehr hoch über dem Horizont. Deshalb ist eine freie Sicht nach Nordost und Norden, zu Monatsende nach Nordwesten, unbedingt notwendig. Auch sollte in dieser Richtung keine größere Stadt liegen, deren Licht den Himmel dort stark aufhellt. Beste Beobachtungszeit ist kurz vor Anbruch der Morgendämmerung. Ende Juni ist der Komet dann auf seiner Bahn schon so weit gezogen, dass er mit etwas Glück noch in der Abenddämmerung tief über dem Nordwesthorizont gefunden werden kann. Leider stört der Mond die Suche erheblich, denn am 26. Juni ist Vollmond.
Die neuesten Beobachtungen mit großen Teleskopen erlauben eine vorsichtige Prognose des Helligkeitsverlaufs für den Beobachtungszeitraum. Demnach könnte der Komet die 5. Größenklasse erreichen oder sogar noch heller werden. Wird er nur 5 mag hell, dann ist er, bedingt durch die Horizontnähe, wahrscheinlich nur mit Hilfe eines Feldstecher zu sehen. Wird er jedoch heller, so sollte man ihn auch mit dem bloßen Auge sehen können. Aber auch dann kann ein kleiner Feldstecher, 7x50 oder 10x50, beim Aufsuchen wertvolle Hilfe leisten. Allerdings ist bei Prognosen zur Helligkeitsentwicklung von Kometen größte Vorsicht geboten. Unter Umständen bleibt seine Helligkeit weit hinter der vorhergesagten zurück. Er kann aber auch deutlich heller werden. Ursache für diese schwere Vorhersagbarkeit ist der Komet selbst.
Ein Komet besteht aus Gestein und Wassereis. Nähert er sich der Sonne, beginnen Teile von ihm zu verdampfen. Dadurch bilden sich die Koma und der Schweif. Besonders die Koma, eine Wolke aus verdampften Kometenmaterial direkt um den Kometenkern herum, reflektiert das Sonnenlicht gut. Gleichzeitig wird die Koma durch kurzwellige Sonnenstrahlung zum Leuchten angeregt. Nun ist es aber u. a. von der Menge verdampften Materials abhängig, wie hell der Komet leuchtet. Diese lässt sich exakt aber nicht vorhersagen. Modelle und Beobachtungen bisher erschienener Kometen helfen Astronomen, eine erste Prognose zur Helligkeitsentwicklung zu erstellen. Da sich aber jeder Komet anders verhält, ist sie in der Regel recht unsicher.
Weitere und aktuelle Informationen zum Kometen C/2009 R1 McNaught sind
u. a. auf folgenden Internetseiten zu finden: